Hazard Ops Vorschau: Free-to-play "Gears of War" mit B-Movie-Charme

Manchmal gehen Entwicklungen von Onlinegames schon einen merkwürdigen Weg. Zum ersten Mal ist uns Hazard Ops, damals noch unter dem Namen Mercenary Ops, 2012 begegnet. Die ersten Screenshots, Informationen und die Details klangen mehr als vielversprechend. Bis das Spiel zu seiner heutigen Form gereift ist, hat es allerdings noch fast zwei Jahre gedauert. In dieser Zeit hat Yingpei Games die Präsentation des Spiels einmal komplett auf links gedreht und aus einem ernsten Titel ein B-Movie-Feuerwerk mit extrem abgedrehten Ideen gemacht. Vor einigen Tagen ist nun die geschlossene Testphase gestartet und wir haben es uns nicht nehmen lassen und wollten große Brüste, Waffen und Monster einmal aus der Nähe sehen. Bis die Open Beta startet, werden noch einige Tage vergehen. Wir hatten jetzt schon die Gelegenheit dazu, in aktuelle Version hineinzuschnuppern.

Hin und zurück - eine kleine Entwicklungsreise

Hazard Ops ist ein Third-Person-Shooter mit der populären Cover-and-Shoot-Mechanik. Dem einen oder anderen mag dieses Prinzip von Gears of War bekannt vorkommen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Yingpei Games gehört zur großen "Epic Games"-Familie, bei der die gefeierte Shooter-Reihe entstanden ist. Allerdings hat Hazard Ops inhaltlich nicht viel mit der millionenschweren Marke zu tun. Viel mehr ist der Titel ein eigener Ansatz, die Spielmechanik in ein neues Gerüst zu pressen. Da es sich um ein Onlinespiel handelt, gibt es auch keinen üblichen Einzelspielermodus, sondern verschiedene Möglichkeiten im Koop-Modus gemeinsam für Ordnung zu sorgen. Bevor wir allerdings loslegen, steht die Erstellung eines Charakters an. Die Spielfigur selbst lässt sich nur dezent den eigenen Vorstellungen anpassen. Geschlecht, Gesichtszüge, Hautfarbe und Frisur. Das war es eigentlich schon. Interessanter wird es jedoch, sobald wir ein wenig Geld erspielt haben. Dann kann der Fantasie freien Lauf gelassen werden. Vollbusige Kampfamazone mit Strapsen und Flipflops? Kein Problem. Das geht genauso wie die durchtrainierte Version von Magnum mit Hawaii-Hemd. Nur das Brusthaar-Toupet fehlt, dafür lugt bei der holden Weiblichkeit der Schlüppi aus dem Hosenbund hervor. Es gilt auf jeden Fall: Je abgedrehter, desto besser. Es soll schließlich Spaß machen, die Monster, Zombies und Mumien zur Schlachtbank zu bringen.

Hauptsache schleimig und eklig, dann macht's Spaß.

Her mit den Actionzutaten und ab in den Mixer

Gemetzelt wird in zwei grundsätzlich verschiedenen Modi. Entweder schließen wir uns mit anderen Spielern zusammen und erleben verschiedene Szenarien, die mehr oder weniger lang sind oder wir ballern uns in zwei Teams in klassischen wettbewerbsorientieren Spielarten wie Deathmatch oder Elimination selbst über den Haufen. Momentan scheinen die Entwickler noch einen etwas größeren Fokus auf den Koop-Modus zu legen, denn uns erwarten einige interessante Spielarten und subjetiv gefühlt mehr Inhalte. Je nach Modus müssen wir entweder eine Stellung halten, mehrere zusammenhängende Maps absolvieren oder einfach nur überleben. Im Team ist das natürlich einfacher als allein. Außerdem sehen wir im Verbund, welche freakigen Charaktere sonst noch mitmischen. Im Regelfall besteht die Truppe aus bunt zusammengewürfelten Typen, die allesamt aus dem nächsten Robert-Rodriguez-Film stammen könnten. Bierernst nimmt sich das Spiel nämlich selbst nicht. Stattdessen steht die Überdrehtheit im Vordergrund. Große Wummen, Zeckenmonster, Roboter, Mechs, Zombies, Explosionen, Mutanten. Es ist alles vorhanden, was einen B-Movie auszeichnet.

Gears of War grüßt von Weitem

Die Voraussetzungen für eine kurzweilige Unterhaltung sind gegeben. Stellt sich eigentlich nur die Frage nach der Spielmechanik. Da Yingpei Games wie gesagt zu Epic Games gehört, müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht klappt. Und siehe da, unser Gefühl hat uns nicht getäuscht. In Deckung gehen, blindlings schießen, Monstern den Kopf zerfetzen und Teamkameraden heilen. All das funktioniert relativ reibungslos. Allerdings merkt man dem Spiel an, wo seine Ursprünge liegen, nämlich auf der Konsole. Dementsprechend sollten sich die Spieler ihre eigene Tastaturkonfiguration ausdenken, denn so ist ein ums andere Mal Fingerakrobatik angesagt. Gerade das aktive Nachladen, bei dem im richtigen Moment noch einmal eine Taste gedrückt werden muss, fühlt sich noch extrem unintuitiv an. Die Entwickler sollten auf jeden Fall eine alternative Steuerungsoption mittels eines Controllers anbieten, damit das gesamte Kampfgeschehen etwas weicher vonstatten geht. Zudem hat sich während unseres Anspielens noch etwas herauskristallisiert. Die Deckungsmöglichkeiten finden im Koop-Modus auf einem der unteren Schwierigkeitsgrade kaum Anwendung. Erst wenn es gegen menschliche Gegner oder auf härteren Stufen im Koop-Modus zur Sache geht, spielt diese taktische Komponente eine Rolle.

Blute in Frieden

Unser Ersteindruck:

Wir merken, dass Hazard Ops noch voll in der Entwicklung steckt. Allerdings funktioniert das Spielprinzip bereits außerordentlich gut. Zwar bleibt unser Charakter noch manchmal an Ecken hängen, aber das tut dem Spielspaß kaum einen Abbruch. Zudem bietet das Spiel schon ordentlich viele Inhalte, so dass so schnell keine lange Weile aufkommen dürfte. Bis man alle Maps und Koop-Kampagnen einmal durch hat, dürfte einige Zeit verstreichen. Interessant wird es mit dem Start der Open Beta, wenn Betreiber Infernum mehr Spieler zulässt und der Shop richtig zum Tragen kommt. Dann werden wir sehen, wie sehr sich gekaufte Inhalte auf das Spiel mit- und gegeneinander auswirken. Bislang ist Hazard Ops eine schöne, sinnfreie Metzelgaudi.

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