Vorschau: World of Warships in Space

Dreadnought ist einer der derzeit vielversprechendsten neuen Free-to-Play-Titel. Wir haben die Open Beta angespielt und verraten euch in unserer Preview, was euch erwartet.

Dreadnought Action Game

Dreadnought

Das Berliner Entwicklerstudio Yager Development hat in seiner mittlerweile 18-jährigen Geschichte nicht viele Spiele auf den Markt gebracht, gerade einmal drei an der Zahl. Und sie alle waren keine kommerziellen Riesen-Hits, obwohl gerade der Third-Person-Shooter Spec Ops: The Line viel Aufmerksamkeit sowie Lob erhielt und die Kreuzberger damit bewiesen, dass in Deutschland nicht nur Crytek Spiele auf Blockbuster-Niveau produzieren kann. Genau wie das Studio aus Frankfurt am Main sich mittlerweile auf Free-to-Play-Titel konzentriert, betritt Yager nun ebenfalls den Markt der kostenlos spielbaren Games. Mit Dreadnought verspricht das Team spektakuläre Weltraumschlachten mit gewaltigen Kriegsschiffen in der schicken Grafik, die die Unreal Engine 4 ermöglicht. Wir haben in die Open Beta hineingeschaut und festgestellt: Yagers Versprechungen sind gar nicht mal so übertrieben.

„Hmmm, das kommt mir bekannt vor!“

Wer zum ersten Mal im Menü von Dreadnought landet, dem wird sofort etwas auffallen, sofern er denn mal World of Tanks oder, um einen besseren Vergleich zu ziehen, World of Warships gespielt hat. Der sogenannte Hangar und der gesamte Aufbau der Benutzeroberfläche erinnern frappierend an die Kriegsspiele von Wargaming. In der Mitte des oberen Bildschirmrands prangert der „Play“-Button, daneben finden sich einige Optionen wie die Schalter für die Freundesliste und den Chat. Am unteren Rand des Monitors sind hingegen eure Schiffe aufgelistet und in der Mitte seht ihr den eigentlichen Hangar mitsamt dem aktuell ausgewählten Weltraumgefährt. Wer schon Erfahrungen mit dieser Art von Spiel gesammelt hat, wird sich schnell zurechtfinden.

Dreadnought - Hangar

Im Hauptmenü kann Dreadnought seine Ähnlichkeiten zu den Wargaming-Titeln nicht verstecken.

Doch nicht nur der Menüaufbau von Dreadnought ähnelt stark den Wargaming-Titeln oder einem War Thunder. Bei dem grundlegenden Spielprinzip sieht das nicht anders aus: In Kämpfen gegen die KI, menschliche Spieler oder beides beweist ihr euer Können als Pilot, sammelt Erfahrungspunkte sowie Credits und investiert sie anschließend in Upgrades für eure Schiffe. Je nachdem, welche Bauteile ihr erforscht, schaltet ihr andere neue Vehikel frei. Die drei Forschungsbäume, die unterschiedlichen Schiffswerften zugewiesen sind (die Firmen sind quasi die Äquivalente zu den Nationen in World of Warships) sind wie die Talentbäume in Rollenspielen aufgebaut und verzweigen sich in den hochstufigeren Regionen sehr stark. Ihr solltet euch daher genau überlegen, was für ein Spielertyp ihr seid und welche Maschinen ihr dementsprechend haben wollt.

Große Auswahl an Schiffen - für jeden ist was dabei

Dreadnought bietet fünf verschiedene Schiffsklassen: Die Zerstörer sind sozusagen die Standardvehikel, die eine gute Mischung aus Wendigkeit, Panzerung und Offensivstärke bieten. Die titelgebenden Dreadnoughts wiederum sind die größten und schwersten Exemplare, die viel Schaden einstecken können und auch ganz gut austeilen, dafür jedoch alles andere als wendig sind. Im kompletten Gegensatz dazu stehen die Corvetten. Sie sind klein, schnell, können dafür aber nicht sonderlich viele Treffer einstecken. Wer es noch etwas spezieller mag, greift zu den Artillerie- oder den taktischen Kreuzern. Erstere übernehmen die Rolle der Scharfschützen, da sie Ziele auf weite Entfernung treffen können, sich aber nicht mitten ins Getümmel stürzen sollten, da sie unter Feindbeschuss schnell den Geist aufgeben. Die taktischen Kreuzer wiederum sind die Supporter, die ihre Teamkollegen (und auch sich selbst) heilen können. Im Gegenzug sind sie offensiv die schwächsten Schiffe in Dreadnought.

Dreadnought - Artilleriekreuzer

Mit einem Artilleriekreuzer solltet ihr euren Feinden nicht zu nahe kommen.

Egal, in welchem Modus ihr spielt, es kommt vor allem auf eine kluge Teamzusammenstellung an. Zu viele Schiffe einer Klasse sind wenig sinnvoll, die Mischung macht es aus. Sehr praktisch: Mit Ausnahme der „Team Elimination“-Variante könnt ihr in Dreadnought nach jedem Ableben ohne lange Wartezeit in das Gefecht zurückkehren und dabei sogar beliebig oft euer Schiff wechseln - ähnlich eben wie in klassenbasierten Multiplayer-Shootern à la Battlefield. Zudem lassen sich nach einem gespielten Match die selben Vehikel erneut in die nächste Schlacht führen, ohne dass ihr sie erst einmal reparieren oder mit Treibstoff auffüllen müsst. Wer will, kann zig Partien hintereinander spielen, ohne dass ihm das Geschäftsmodell von Dreadnought einen Strich durch die Rechnung macht. Mit der Premiumwährung, den Grey Box Points, lassen sich vor allem kosmetische Dinge wie Embleme und Lackierungen für eure Schiffe kaufen, außerdem gibt es ein paare Premiumschiffe. Wie die sich auf das Balancing auswirken, muss sich noch zeigen. Wer viel spielt, wird irgendwann genauso starke Gefährte freischalten können, ohne echtes Geld ausgeben zu müssen.

Große Schiffe, großer Spaß

Viel zu spielen, fällt bei Dreadnought nicht sonderlich schwer. Das Gameplay überzeugt schon in der Beta auf ganzer Linie. Die Steuerung wird in einem Tutorial gut erklärt und offenbart sich als durchaus eingängig. Selbst mit der Tastatur lassen sich die schweren Schlachtschiffe gut durch den virtuellen Weltraum manövrieren. Neben einer primären und einer sekundären Waffe haben alle Vehikel vier aktive Fähigkeiten, die ihr über die Zifferntasten aktiviert. Das können zielsuchende Raketen sein, Torpedos oder etwa ein Tarnmodus für die Artilleriekreuzer, der euch für ein paar Sekunden mehr oder weniger unsichtbar macht. Diese Fähigkeiten sorgen für eine schöne taktische Tiefe und auch das Design der Maps trägt dazu bei. Auf den Karten gibt es viele Deckungsmöglichkeiten wie etwa die Teile einer Raumstation oder Asteroiden, die ihr für eure Zwecke nutzen könnt. Und da ihr im dreidimensionalen Raum kämpft, spielen auch Höhe und Tiefe eine entscheidende Rolle. Am Ende gilt für Dreadnought die klassische Redewendung: leicht zu erlernen, schwer zu meistern.

Dreadnought - Höhenunterschied

Es ist nun mal etwas anderes, ob ihr in World of Warships lediglich auf einer Ebene (der Wasseroberfläche) oder im Weltall kämpft, wo ihr weit nach unten und oben fliegen könnt.

Eine wahre Vorzeige-Beta

Technisch macht das Online-Spiel schon in der Beta einen sehr runden Eindruck. Die Grafik von Dreadnought überzeugt mit tollen Lichteffekten, scharfen Texturen, detaillierten Schiffsmodellen und spektakulären Explosionen. Wenn euch ein Gegenspieler zerfetzt, dann mag das ärgerlich sein, aber euer Schiff geht auf sehr hübsche Art und Weise in die Luft. Umgekehrt machen die tollen Effekte jeden Abschuss eines Feindes umso befriedigender. Bei all der optischen Pracht hat Yager nicht die Performance vergessen. Auf unserem Rechner läuft Dreadnought auf maximalen Einstellungen absolut flüssig – und wir sprechen hier nicht von einem High-End-PC, sondern einem Gerät der Oberklasse (Intel i7 3770k, GeForce GTX 970, 16 Gigabyte RAM). Das Spiel dürfte also auch auf schwächeren Systemen ganz gut laufen, selbst wenn die Grafik dann nicht mehr ganz so toll aussehen mag. Dreadnought ist schon in der aktuellen Beta-Version kein Hardware-Fresser und das ist eine ausgezeichnete Nachricht. Dass die Soundkulisse mit ihren knackigen Effekten und der stimmungsvollen, orchestralen Musik nicht weniger gut gelungen ist als die Optik, dürfen wir natürlich nicht unter den Tisch fallen lassen. Insgesamt ist Dreadnought schon jetzt eines der derzeit technisch besten Free-to-Play-Spiele auf dem Markt.

Dreadnought - Explosion

Wir wurden abgeschossen. Das ist blöd. Aber es sieht verdammt gut aus. Das ist toll.

Einschätzung

Die Grundidee von Dreadnought mag nicht sonderlich einfallsreich sein. Yager nimmt das Prinzip eines World of Warships, orientiert sich offensichtlich an dessen Struktur, verfrachtet aber die Kämpfe von der hohen See in die Weiten des Weltalls. Und da der Titel sowohl spielerisch als auch technisch in der Beta bereits einen sehr guten Eindruck macht, wollen wir auch gar nicht über Innovationsarmut meckern. Gerade dieses Gefühl, richtig große Weltraumkolosse zu steuern, macht Dreadnought zu etwas Besonderem, zumal wir in anderen Sci-Fi-Spielen meistens nur kleine Raumjäger kontrollieren dürfen. Wer auf flotte Action aus ist, ist hier vielleicht an der falschen Adresse. Mögt ihr es aber gerne taktisch und wollt eben auch mal Schiffe vom Typ eines Sternenzerstörers aus Star Wars befehligen, solltet ihr Dreadnought im Auge behalten oder einfach selbst die Beta spielen. Ihr müsst euch nur auf der Webseite anmelden, den Client herunterladen und schon kann der Spaß beginnen.
 

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