Dreadnought Vorschau: Unzählige Möglichkeiten und fettes Geballer

Schon vor mehr als einem Jahr haben wir einen ersten Blick auf das Spiel Dreadnought geworfen. Damals befand sich der Titel noch weit von der Fertigstellung geschweige denn von flüssiger Spielbarkeit entfernt. Das Potenzial war jedoch schon erkennbar. Jetzt haben wir auf der gamescom 2015 abermals die Gelegenheit genutzt, Dreadnought näher zu betrachten und festgesstellt, dass die Entwickler einen, wenn nicht sogar mehrere, große Schritte nach vorn gemacht haben. Kaum etwas erinnert noch an die Version aus dem letzten Jahr. An allen Ecken und Kanten hat Yager Development noch einmal nachgebessert und ist mit dem Poliertuch drüber gegangen. Aber der Reihe nach.

Erst Multiplayer, dann Singleplayer

Dreadnought ist das derzeit offiziell einzige Projekt des Berliner Entwicklers, nach dem Ende der Zusammenarbeit Yagers mit Deep Silver (Dead Island 2). Allerdings hat es auch hier einige Veränderungen gegeben. Die Kampagne des Spiels ist erst einmal zurückgestellt. Stattdessen konzentriert sich das Team nun vollends darauf, den Mehrspielerpart fertigzustellen, um den Titel Anfang nächsten Jahres in die Closed Beta zu schicken. Die Kampagne ist zwar nicht gestrichen, genießt aber derzeit nicht die größte Aufmerksamkeit. Trotzdem wird natürlich weiter an der Geschichte gefeilt und dafür haben sich die Berliner schon im letzten Jahr die Unterstützung von Autor Dan Abnett sichern können, der in der Vergangenheit unter anderem an Doctor Who, Warhammer 40K oder auch Marvels Kinofilm Guardians of the Galaxy mitgearbeitet hat.

Heiler-Schiffe versorgen einen Teamkameraden.

Management im Kriegsfall ist keine leichte Aufgabe

Wir haben uns auf der Messe allerdings vollkommen auf den Mehrspielerpart fokussiert. Zwei verschiedene Spielmodi stehen uns in diesem Fall zur Verfügung: Team Deathmatch und Team Elimination. Während wir im Deathmatch immer wieder einsteigen können und Kills für unser Team sammeln, sieht die Sache in der Team Elimination schon etwas anders aus. Drauflos preschen und einfach ballern – führt unweigerlich zum Tod. Ein wenig Planung ist gefragt, das stellen wir schon nach wenigen Minuten fest. In der nächsten Runde verfolgen wir daher eine etwas andere Taktik. Statt mit einer kleinen, wendigen Corvette loszuziehen, entscheiden wir uns für ein Schiff der namensgebenden Dreadnought-Klasse. Das bewegt sich nicht ganz so flink, sondern erinnert eher an ein schweres Schlachtschiff aus World of Warships. Es geht also gemächlich zur Sache. Sobald aber das erste gegnerische Schiff in unsere Reichweite kommt, bricht die Hölle los. Mit den Primärkanonen feuern wir aus allen Rohren, kleine stationäre Geschütze an der Außenhülle unseres Schiffs decken den Gegner mit einem Feuerhagel ein und ein paar Raketen schicken wir auch noch los. Das Resultat ist nicht nur ein schwer getroffener Gegner, sondern auch ein Effektfeuerwerk für die Augen. Im richtigen Moment geben wir volle Energie auf die Schilde und bereiten einen kleinen Warpsprung vor. So ziehen wir uns aus dem Gefecht zurück, ehe wir auch nur getroffen werden, oder wir katapultieren uns direkt hinter die feindlichen Linien, um anderen Spielern in den Rücken zu fallen.

Allerdings haben wir die Rechnung ohne einen anderen Gegner gemacht, der offensichtlich die gleiche Idee hat und jetzt an unserem Heck klebt. Zudem hat er sein Schiff zu einem fliegenden Scharfschützen umgerüstet und pustet uns mit ein, zwei Treffern brachial von der Bildfläche. Nun haben wir unser einziges Leben verloren. In die Schlacht können wir trotzdem noch eingreifen, solange mindestens noch ein weiteres Teammitglied in seinem dicken Stahlkoloss sitzt. Als kleiner Starfighter setzen wir Nadelstiche und können immer noch unser Team unterstützen.

Ich bau' mir mein eigenes Schiffchen

So ungefähr läuft ein Gefecht im Modus Team Elimination ab. Wir sind mit einem vorgefertigten Schiff in die Schlacht gezogen, um einfach ein wenig Zeit zu sparen. Genauso gut hätten wir den Termin bei Yager auch nur damit verbringen können, selbst einen Schlachtkoloss zu entwerfen. Nahezu jedes Bauteil lässt sich verändern, sowohl in optischer als auch spielentscheidender Hinsicht. Wir sind in der Lage, genau das Schiff zu entwerfen, das wir haben wollen. Dicke Schutzhülle und Laserkanonen ohne Ende? Kein Problem. Alternativ bauen wir unser Schiff zu einer fliegenden Krankenstation um und konzentrieren uns voll und ganz auf das Heilen von Teammitgliedern. Wer mag, packt sich noch ein paar schnieke Decals mit Pinup-Girls an die Außenhülle. Zusätzlich verbessern wir die Werte der Raumschiffe mit einer passenden Crew und Perks. So lassen sich unter Umständen noch ein paar Prozentpunkte mehr für den Schutzschild oder den Antrieb herauskitzeln. Erinnert ein bisschen an Star Trek, wenn Chief O’Brian den Warpkern mit 110 Prozent betreiben soll.

Zu wenige Finger für all die Möglichkeiten

Hört sich bislang wirklich schick an und sieht in der Tat streckenweise atemberaubend aus. Was die Entwickler aus der Unreal Engine 4 gemacht haben, kann sich wirklich sehen lassen und auch spielerisch läuft es erstaunlich rund, wenn es da nicht einen kleinen Haken gebe. Schon nach wenigen Minuten hatten wir Knoten in Fingern. Kamerakontrolle, Zielmechanik, Spezialfunktionen, Waffenbedienung und mehr sind zwar einleuchtend auf Tastatur und Maus verteilt, erfordern aber eine gewisse Einarbeitungszeit. Hier wird am Mausrädchen gedreht, dort ein paar Torpedos abgefeuert, gleichzeitig laden wir den Schild auf und geben Energie auf den Antrieb für einen schnellen Abgang. Wer dachte, dass MOBAs viel Fingerfertigkeit erfordern, der hat Dreadnought noch nicht ausprobiert. Dabei wurde das Spiel mit dem Wissen im Kopf entwickelt, dass alles auch mit einem Controller bedienbar sein soll. Trotzdem wird es einige Zeit dauern, bis alle Befehle sitzen und wir uns als echter Kapitän sehen und fühlen.

Ersteindruck:

Dreadnought sieht fantastisch aus und spielt sich schon jetzt erstaunlich flüssig. Von der Spielgeschwindigkeit erinnert das Spektakel sehr an Wargamings aktuellen Titel World of Warships. Richtig schnelle Action ist deshalb auch im fertigen Produkt nicht zu erwarten, dafür aber ein optisch opulentes und taktisch geprägtes Abenteuer. Es wird jedoch ein Mindestmaß an Einarbeitungszeit gefordert, um sich im Spiel zurecht zu finden. Das könnte vielleicht den einen oder anderen Spieler abschrecken. Mit dem richtigen Tutorial sollte auch das kein Problem sein. Wir haben jedenfalls Blut geleckt und schauen dem Beta-Termin freudig entgegen.

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